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>>  Rechtsinfo  
22.11.2010 15:30

Rechte des Opfers

Kategorie: Strafrecht

  
Die Rechte des Opfers im Strafverfahren sind in unserem Rechtssystem leider nur sehr dürftig ausgestaltet.

Der oder die Verletzte einer Straftat hat im Strafverfahren die Rolle eines Zeugen bzw. einer Zeugin, wie auch andere Zeugen, die die Umstände, die für die Beurteilung einer Straftat von Bedeutung sein könnten, nur zufällig wahrgenommen haben. Das Opfer ist nicht Kläger im Strafverfahren, wie im Zivilprozeß. Kläger ist die Staatsanwaltschaft.

Das Opfer hat aber die Möglichkeit, sich im Strafverfahren als Nebenkläger zuzulassen und sich der Anklage der Staatsanwaltschaft anzuschließen. Damit hat das Opfer eine Möglichkeit, aktiv in das Strafverfahren einzugreifen und auch Rechtsmittel einzulegen. Für die Vertretung der Nebenklage kann das Opfer einen Rechtsanwalt beauftragen, der die Rechte des Opfers dann im Verfahren vertritt.

Der Rechtsanwalt kostet Geld.

Die Kosten des Rechtsanwalts des Opfers muß im Falle der Verurteilung der Beschuldigte tragen. Es wird aber häufig ein Problem sein, ob der Beschuldigte dazu überhaupt der Lage ist.

Wenn das Opfer den Rechtsanwalt wegen geringer Einkünfte nicht bezahlen kann, kann es Prozeßkostenhilfe beantragen. Dann wird der Rechtsanwalt vom Staat bezahlt. Wenn die Einkünfte des Opfers nicht sehr gering sind, sind wegen der Prozeßkosten monatliche Raten an die Staatskasse zu bezahlen.

Es kommt also auf das Einkommen des Opfers und die Zahlungsfähigkeit des Beschuldigten an. Dies sollte im einzelnen mit einem Anwalt besprochen werden.

Keinesfalls sollte man allein als nur "Zeuge" gegen den Beschuldigten antreten.

Des weiteren kann ein Zeuge beanspruchen, seine Aussage im Verfahren im Beistand eines Anwalts zu machen.

  • Es empfiehlt sich für Opfer von Sexualstraftaten, Menschenhandel und Kindesmissbrauch, sich in jedem Falle anwaltlich vertreten zu lassen.